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Sagen und Legenden rund um
Schloß Homburg


Schloß Homburg

Verbunden mit der Burg ist die Geschichte des Ritters Werner von Homburg, der im 13. Jh. lebte. In der Schlacht von Soest hatte dieser seinem Freund Eberhard von der Mark zum Sieg über den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg verholfen. Dies verzieh ihm der Kirchenfürst nie. Er bestach nahe Verwandte des Homburgers, die ihm dabei behilflich sein sollten, Werner zu fangen. Hoch und heilig schwor ihnen Siegfried, daß er Werner von Homburg nur einen Denkzettel verpassen und ihn weder am Gute kürzen, noch ihn am Leben strafen und nicht einmal seine Haut ritzen werde. Durch eine feige List kam Werner so in die Hand des Erzbischofes, der ihn in den Kerker warf, welchen er weich mit Rosen, Federn und Moos hatte polstern lassen. Mit den gleichen Stoffen ließ er seinen Gefangenen auch bedecken und den Raum anschließend zumauern. Heftig empörten sich da die Verwandten des Gefangenen, die dem Erzbischof geholfen hatten, Werner zu fangen. Dieser aber erwiderte: "Ich bin nicht eidbrüchig geworden! Ich habe nur geschworen, den Homburger weder am Gut zu kürzen, noch ihn am Leibe zu verletzen. Nach seinem Gut gelüstet mich nicht und in dem weichen Flaum und in den Rosenblättern, aus denen die Dornen sorgfältig herausgesucht sind, wird er seine Haut nicht ritzen. Wollt ihr, so möget Ihr ihn nach einigen Tagen aus dem Kerker abholen. Er hat dann den Frevel, sich an einem Gesalbten des Herrn feindlich vergriffen zu haben, gebüßt." So schloß der Diener Gottes, wohlwissend, daß der Gefangene sterben würde, seine Rede.
 

Die Hexenschwemme

Unweit der Burg soll sich in einer Krümmung des Flüßchen Bröl eine Vertiefung befinden. Diese Stelle heißt allgemein nur die "Hexenschwemme''. Hier wurden früher die auf der Homburg als Hexen angeklagten Frauen der sogenannten Wasserprobe unterzogen. Ursprünglich ein Gottesurteil, ist diese als Form der Rechtsfindung viel älter als der Hexenprozeß, bei dem sie seit dem späten Mittelalter häufig zur Anwendung kam. Man fesselte die Verdächtige so, daß die Hände kreuzweise an die Füße gebunden waren, und warf sie (unter Umständen an einem Seil) in ein offenes Gewässer wie in diesem Fall die Bröl. Ging sie unter, so galt ihre Unschuld als erwiesen, schwamm sie aber oben, so war sie der Hexerei überführt: das Wasser als Element der Reinheit stößt die Hexe, die zudem durch ihre vom Teufel verliehene Leichtigkeit, die sie ja auch zum Fliegen befähigt, am Untersinken gehindert ist, von sich sie muß daher auf dem Wasser schwimmen, so sehr sie sich auch bemüht unterzugehen. Hexensagen berichten in diesem Zusammenhang, der Teufel habe seinen Verbündeten bei Vertragsabschluß versprochen, ihr bei einer solchen Probe beizustehen, indem er ihr ein Stäbchen unter die Mütze schiebt, bringt dann jedoch zum Hohn nur eine Nähnadel. Tatsächlich haben manche "Hexen" sich freiwillig zur Wasserprobe gemeldet in der Hoffnung, so ihre Unschuld beweisen zu können. Unter Rechtsgelehrten war die Wasserprobe nicht unumstritten. Diskutiert wurde vor allem die Art des Fesselungsschemas, durch das die Betroffenen wie kleine Schiffe auf dem Wasser zu liegen kamen. In einigen Gebieten hat die Wasserprobe sich sogar bis in das 19. Jh. gehalten.
 

Riesengrab/Dicke Steine

An der an Schloß Homburg vorbeiführenden Straße liegt ein langgestreckter Hügel, der allgemein das "Riesengrab" genannt wird und in dem der Sage nach ein Riese bestattet ist. Möglicherweise handelt es sich um ein frühgeschichtliches Hügelgrab. Anregend auf die Phantasie wirken auch die unterhalb des Schlosses im Wald gelegenen "Dicken Steine", riesige Quarzitblöcke, die bei der Talbildung der Homburger Bröl während des Tertiärs vor Millionen von Jahren als sogenannte Härtlinge freigelegt worden sind.