Geschichte und Beschreibung

Alte Taufkirche

Refrath


 

In "Altrefrath" befindet sich die ALTE KATHOLISCHE PFARRKIRCHE ST. JOHANN BAPTIST, genannt „TAUFKIRCHE"; um 1200; Instandsetzung 1907/9 und 1957, 1968 und Mitte der 1980er Jahre. Vorgängerbauten (1956 und 1968 bei Grabungen nachgewiesen) waren eine Holzkirche aus dem 9. Jahrhundert (in der Rodungszeit angelegter Bau) und ein Steinbau aus dem 10./11. Jahrhundert. Nach dessen Brand Bau (um 1200) der bestehenden romanischen Kirche: kleiner flachgedeckter Saalbau mit wenig später angefügtem Westturm mit Pyramidenhelm, Chorerweiterung der l. Hälfte des 13. Jahrhunderts: eingezogener Chor mit Chorjoch und halbrunder Apsis, im Apsisscheitel Sakristeianbau von 1765/66. Am Chor Reste von Lisenen- und Rundbogenfriesgliederung. Eingänge in Westseite des Turms sowie in Nordseite des Langhauses mit schlichten Bogenportalen. Neben dem Nordportal Memorienstein mit Ankerkreuz, durch Vergleich mit anderen Memoriensteinen ins 9. Jahrhundert datierbar, hier in Wiederverwendung.

 

Das Kircheninnere mit dem Turm durch zugespitzten Bogen verbunden. Wandmalereien vermutlich von Anfang des 15. Jahrhunderts (um 1600 bei zeitweiliger Zugehörigkeit zum reformatorischen Glauben übertüncht, 1907/08 freigelegt): im Chorbereich Darstellung von sieben Aposteln und dem Kirchenpatron; von Norden nach Süden: Petrus und Paulus, Johannes Evangelist und Johannes der Täufer, Thomas und Philippus, Jakobus der Ältere und Matthias. In den Zwischenfeldern ornamentale Wandmalereien. Eine Fratzenkonsole in der Nordostecke des Chores, evtl. 12. Jahrhundert. Auf dem Altar ein Eifeler Eisengußkreuz von 1577. Zwei Heiligenfiguren: St. Nikolaus aus Holz, 17. Jahrhundert; hl. Johannes Baptist, unbekannte Zeit.

 

Die Bezeichnung „Taufkirche" bezieht sich auf die Überlieferung, der südlich der Kirche verlaufende Bach sei ursprünglich durch die Kirche geflossen und habe ein Taufbecken gespeist. Dies konnte aber durch die Grabungen von 1956 und 1968 nicht belegt werden.

 

1641 wurde der Taufstein in die Bensberger Pfarrkirche gebracht.

 

Auf dem EHEMALIGEN FRIEDHOF auf der Westseite der Kirche innerhalb der Ummauerung 48 Grabsteine aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, insbesondere aus dem 18. Jahrhundert mit dem häufig abgebildeten Engelskopf oberhalb der Inschrift und dem Adamsschädel unter dem Gekreuzigten. Diese Grabsteine wurden in jüngerer Zeit vom Bürger und Heimatverein Refrath restauriert.